China‘s war on pollution

Der Vortrag am Montag des 19. Mai fand in Zusammenarbeit mit Herrn Malte von Bargen statt, dieser begrüßte die IFD´s und alle angereisten Gäste im Chinesischen Pavillon.
Als Referent war Herr Dipl.Ing. Jörg Naumann zu Gast, dieser arbeitet als
Projektleiter des Projekts Zivilgesellschaftliches Engagement für Lebensmittelsicherheit in China.
Herr Naumann berichtet von seiner Zeit in China: Umweltverschmutzung, Aufklärungsversuche und die alltäglichen Probleme des Landes, ihrer Regierung und die Schwierigkeiten der Menschen. Im Anschluss folgte eine lange und ausgibiege Diskussion mit dem Publikum, hier waren viele Umweltinteressierte angereist und berichteten auch von ihren Erfahrungen.

Der Abend war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg und wird den Besuchern durch das besondere Flair des Chinesischen Pavillon als
einen besonders interessanten und ansprechenden Abend in Erinnerung bleiben.

Wie Afrika die europäische Verteidigungspolitik beeinflusst

Im April begrüßten wir Herrn Oberstleutnant Emmanuel Feinte, französischer Verbindungsoffizier bei der Offiziersschule des Heeres in Dresden, als Referenten bei den International Friends Dresden.
In seinem Vortrag gab er allen Anwesenden einen Einblick auf die gegenwärtige Lage in Afrika und die damit verbundenen politischen Interessen der verschiedenen Parteien. Herr Feinte skizzierte ebenso die Möglichkeiten einer gemeinsamen deutsch-französischen Verteidigungsstrategie.
Als aktuelles Beispiel wurde der Einsatz der deutsch-französischen Brigade in Mali thematisiert, die im Rahmen einer EU-Mission malische Streitkräfte ausbildet und berät.

Im Anschluss des Vortrages folgte eine interessante Diskussion mit vielen weiteren Fragen und einem gemütlichen Ausklang mit einem Glas Wein und Häppchen.

Die Ukraine: Machtpoker zwischen Russland und der EU

Der Vortrag im März widmete sich der hochaktuellen Krise in der Ukraine. Die International Friends Dresden freuten sich zu diesem Thema den ukrainischen Journalisten und Schriftsteller Viktor Timtschenko begrüßen zu können, der mit der Innensicht auf die Entwicklungen seines Heimatlandes, eine wertvolle Perspektive zur Diskussion beitrug.

Ein einführender Abriss der Landesgeschichte, mit dem Herr Timtschenko seine Ausführungen begann, entfaltete bereits das Spannungsfeld, in dem sich die Ukraine auch im aktuellen Konflikt befindet. So gibt es einerseits eine starke Bindung zu Russland, die bereits im 17. Jahrhundert durch den Vertrag von Perejaslaw einen Ausdruck fand und auch während der Sowjetzeit bestand. Andererseits beförderte die Unabhängigkeit der Ukraine 1991 auch die Orientierung gen Europäische Union, die im Jahr 2004 und der „Orangen Revolution“ ihren Höhepunkt fand. Die sich hinauszögernden Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union unter dem Präsidenten Juschtschenko und eine fehlende Beitrittsperspektive ließ diese „West-Euphorie“, wie sie der Referent nennt, allerdings abebben. Seit der Wahl des russisch-orientierten Wiktor Janukowytsch ins Amt des Präsidenten gibt es deshalb wieder eine Öffnung gen Russland, die die Proteste im Herbst 2013 auf dem Maidan in Kiev iniitierten.

Herr Timtschenko wies in seinem Vortrag auf die Uneinheitlichkeit der Opposition hin, die zu weiten Teilen aus 3 Parteien besteht und dadurch zersplittert ist: die Partei Batkiwschtschynavon Julija Tymoschenkos, die Partei UDAR Vitali Klitschkos sowie die rechtspopulistische Allukrainische Vereinigung „Swoboda“. Dass die anfänglich friedlichen Proteste der Opposition auf dem Maidan in Gewalt eskalierten,  betonte Herr Timtschenko, sei nicht eindeutig der Regierung vorzuwerfen – Scharfschützen gebe es auf beiden Seiten.

Außerdem erklärte er die harte russische Reaktion auf die Unruhen in der Ukraine, nämlich durch die Besetzung der Krim, mit einer Angst Russlands vor der fortschreitenden EU- und NATO Erweiterung seit dem Fall des eisernen Vorhangs. So wies er auf die Zusagen der Westmächte hin, von der NATO-Osterweiterung abzulassen, die 1990 an Russland gegeben worden waren. Mit der Darstellung dieses Vertrauensverlustes warb Herr Timtschenko für einen Perspektivwechsel, der durch die Medien nicht geleistet wird.

Als Fazit des Abends hob der Vortragende die historisch bedingte Zerrissenheit der Ukraine hervor und bot als Lösungsvorschlag an, die Regierung nicht von Seiten der EU und Russlands unter Druck zu setzen und damit eine Spaltung des Landes voranzutreiben, sondern gegenseitige Verträge, zwischen der Ukraine und der EU wie auch zwischen der Ukraine und Russland, zuzulassen und dem Land damit eine Brückenfunktion zukommen zulassen. Gleichzeitig appellierte Herr Timtschenko an die Zuhörenden sich selbst aktiv ein Bild von der Situation des Landes zu machen und nicht auf die Berichterstattung der Medien zu vertrauen. Er schloss mit einem Augenzwinkern: „Zeitungen lügen und Referenten lügen auch“.

Im Anschluss folgte eine angeregte Diskussion der Thesen des Vortragenden sowie möglicher Auswege aus der Krise.

Mitgliederversammlung

Im Februar fand die alljährliche Mitgliederversammlung des International Friends Dresden e.V. statt. Nach dem Vorstandswechsel im vergangenen Jahr standen diesmal der Rückblick auf das Jahr 2013 sowie ein Ausblick auf die zukünftigen Möglichkeiten des Vereins im Mittelpunkt.

Der Vorsitzende, Herr Michael Scholles, zog dabei eine erfolgreiche Bilanz des abgeschlossenen Jahres, das von zahlreichen interessanten Veranstaltungen geprägt war. Diese setzen sich auch in diesem Jahr fort, wobei der Vorsitzende bereits einen Ausblick auf einige Highlights gab. So wird unter anderem die monatliche Vortragsreihe im April die diesjährige Europawahl zum Thema haben und im Mai kooperieren die International Friends mit dem Chinesischen Pavillon zu Dresden e.V. Auch das große Sommerfest „Hellerau Meets Internationals“, das jedes Jahr ca. 3000 Besucher_innen in das GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau lockt, wird eine erneute Auflage erleben. 2014 wird es dabei eine Zusammenarbeit mit den Jazztagen Dresden geben und sich dem Land und der Kultur Kubas widmen.

Darüber hinaus diskutierten die anwesenden Mitglieder, wie die Arbeit der International Friends weiter ausgebaut und die Öffentlichkeitswahrnehmung gesteigert werden können. In diesem Zusammenhang sollten bisherige Zusammenarbeiten, wie mit dem Goethe Institut, vertieft und neue Partnerschaften aufgebaut werden.

Novaled & die Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte

Im neuen Jahr begrüßten wir Herrn Harry Böhme, Vorstand der Novaled AG, als Referenten bei den International Friends Dresden. Als einer der weltweit führenden Hersteller der OLED Technik, die organische Leuchtdioden für die Verwendung in Displays und als Beleuchtungselemente entwickelt, arbeitet Novaled in einem stark wachsenden Markt, der auf aktuellstes technisches Know-how und Impulse junger Wissenschaftler angewiesen ist. Mit Sitz in Dresden sowie Japan und Süd-Korea ist die Firma außerdem verstärkt international ausgerichtet. Herr Böhme gab uns einen Einblick in die Maßnahmen und Erfahrungen, die Novaled mit der Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte seit 2003 sammeln konnte.

Die junge Belegschaft von Novaled, mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren, besteht zu 11% aus ausländischen Mitarbeiter_innen, die vornehmlich in der Entwicklung tätig sind. Während seines Vortrages verwies Herr Böhme auf den Mangel an qualifizierten deutschen Arbeitskräften und den Aufwand, den seine Firma betreibt, um die besten Student_innen und Entwickler_innen zu erreichen. Dabei spielen vor allem Kooperationen mit Universitäten eine entscheidende Rolle, in der Forschungsarbeiten gesponsert, Beiträge in Fachzeitschriften publiziert sowie die Mitarbeit durch u.a. Praktika ermöglicht werden. Darüber hinaus wird die Arbeit des Unternehmens durch zahlreiche Präsentationen auf internationalen Konferenzen vorgestellt, um die Reputation von Novaled zu stärken.

Als weiteren entscheidenden Anreiz um das Interesse ausländischer Fachkräfte auf sich zu ziehen, sieht Herr Böhme neben der Schaffung einer ansprechenden Reputation auch die Durchsetzung einer firmenweiten Willkommensmentalität, die die Integration und damit langfristige Bindung der Fachkräfte unterstützt. So ist zum Beispiel auch am Dresdner Hauptsitz Englisch als Firmensprache etabliert, sodass keine Sprachbarriere die Arbeit behindert und sich jeder einbringen kann. Auch Deutschkurse werden vom Unternehmen angeboten. Außerdem gibt es spezielle Ansprechpartner, die den Wohnortwechsel von Mitarbeiter_innen und ihren Familien begleiten und den Schritt in ein neues Arbeitsumfeld vereinfachen sollen. Schließlich helfen regelmäßige gesellige Mitarbeitertreffen, den gegenseitigen Austausch und das Eingewöhnen im neuen Umfeld zu fördern. Abschließend betonte Herr Böhme, dass das soziale Umfeld eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Arbeitsortes spielt und das negative Signale, wie durch die aktuelle Zuwanderungsdebatte ausgelöst, verheerende Auswirkungen für die Unternehmen haben.

In der anschließenden Diskussion sprachen zahlreiche Besucher_innen, die ebenfalls im Bereich der Vermittlung und Integration tätig sind, Herrn Böhme gezielt auf bestimmte Maßnahmen und Erfahrungswerte an.