Aktuelle Schwerpunkte und Arbeitsweise des Verfassungsschutzes in Sachsen

Herr Gordian Meyer-Plath, Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen, erklärte uns in der Juni-Veranstaltung was Extremismus bedeutet, welche Gruppierungen die freiheitlich demokratische Grundordnung gefährden und was der Verfassungsschutz tut, um an Informationen dazu zu gelangen. Neben dem Linksextremismus und dem Islamismus ging er besonders auf die aktuelle Lage des Rechtsextremismus in Sachsen ein, da vor allem die Neonaziszene stetig an Mitgliedern wächst. Ein eindrucksvolles Video über die sogenannte „Volkstod-Kampagne“, die für neue Mitglieder werben soll, zeigte dem Publikum, wie durchdacht und unterschwellig die Ziele der Neonazis, nicht nur in dieser Kampagne sondern auch im Gemeindeleben vermittelt werden. Hierzu sagte Herr Meyer-Plath, dass „Extremisten [jedoch] nur stark sind, wenn die Demokraten schwach sind.“. So wird besonders die Öffentlichkeit aufgefordert, wachsam zu sein und den Mut zu haben, sich dagegen zu stellen.

Im Anschluss stellte das Publikum viele Fragen, welche vor allem aktuelle Themen wie den Datenschutz, den NSU-Prozess und das diskutierte NPD-Verbotsverfahren betrafen.

Integration internationaler Studenten – ein Plädoyer

Zum IFD-Abend im Mai hatten wir Antje Schöne, Geschäftsführerin von GETS (Global Experts and Training Services) und Carolyn Fritzsche, Leiterin des International Office des MPI-CBG (Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik) zu Gast.

Beide arbeiten mit ausländischen Studenten und Absolventen in Deutschland zusammen und unterstützen diese bei ihrer Integration in den deutschen Uni- bzw. Arbeitsalltag.

Frau Schöne arbeitet deutschlandweit besonders daran, ausländische Studenten mit Arbeitgebern in Deutschland zusammen zu bringen. Neben interkulturellen Trainings und Unterstützung bei der Jobsuche können auch Arbeitgeber mit ihrer Hilfe gezielt ausländisches Personal finden.

Carolyn Fritzsche betreut ausländische Wissenschaftler im Rahmen eines internationalen Doktorandenprogramms für herausragende Studenten und hilft bei allen nur erdenklichen Problemen, die auftreten können. Ob es um Visumsfragen, Wohnungssuche, Versicherung, Aufenthaltsgenehmigungen oder einem Wasserrohrbruch in der Wohnung eines Programmteilnehmers geht, sie ist die erste Ansprechpartnerin.

Etwa 10% der Studenten an deutschen Universitäten sind Ausländer. Deutschland gilt als eines der beliebtesten Länder für ein Studium im Ausland, da es besonders als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort auch aufgrund des technisch hohen Standards angesehen wird. Aber Bewerber stehen immer wieder vor einer Vielzahl von Problemen, die eine Integration erschweren. Nicht nur Sprachprobleme sondern auch die Studiumsorganisation und Behördenkommunikation sind Hürden, die kaum allein bewältigt werden können. Es liegt also auch an den Hochschulen und der Gesellschaft im Allgemeinen Ausländer in Deutschland zu unterstützen und somit gute Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium und den Berufseinstieg zu schaffen.

Um dies zu erreichen haben Frau Schöne und Frau Fritzsche einige Wünsche. Diese reichen von der Zweisprachigkeit in Behörden über eine umfassende Beratung für jeden einzelnen bis hin zu mehr ehrenamtlichen Einsatz von Einheimischen.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurden weitere Maßnahmen diskutiert, wie eine Integration sinnvoll unterstützt werden kann. Besonders die Vernetzung mithilfe von Plattformen über die Universität und allgemein ein umfassenderer Informationsfluss zwischen zukünftigen, aktuellen und ehemaligen Studenten sowie Unternehmen und Universitäten sei wichtig. Wie gut eine Integration im Einzelfall am Ende gelingt, hängt jedoch auch an den jungen Leuten selbst.

Ifo-Institut zur OECD-Studie zur Verschiebung der Schwerpunkte der Welt

Zur IFD-Veranstaltung im April war Herr Prof. Dr. Marcel Thum zu Gast. Er sprach über die Prognosen der OECD zum Weltwirtschaftswachstum in den nächsten 50 Jahren. Demnach werden die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) im Jahr 2060 über 50% des weltweiten BIP generieren und somit die USA, Europa und Japan überholen. Das klingt zunächst nach einem enormen Wandel in der Welt, doch Prof. Dr. Thum wies darauf hin, dass Studien dieser Art immer kritisch zu beurteilen sind. Denn als Maß für diese Studie wurde lediglich das BIP der einzelnen Länder herangezogen und politische sowie gesellschaftliche Einflussfaktoren komplett außer Acht gelassen.

Zusammenfassend kann man aus der OECD-Studie entnehmen, dass von einem globalen Wirtschaftswachstum ausgegangen werden kann und dabei derzeit ärmere Länder ein schnelleres Wachstum verzeichnen werden, da sie über eine höhere Kapazität verfügen.

Im Anschluss folgte wie gewohnt eine Fragerunde, in der auch darüber diskutiert wurde, ob Wachstum immer nur als positiv eingeschätzt werden sollte.

Aussenpolitik Live – Herausforderungen deutscher Diplomatie in Nordkorea

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aussenpolitik Live – Diplomaten im Dialog“ des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) hatten wir die Ehre, Herrn Gerhard Thiedemann bei uns begrüßen zu dürfen. Nach Posten in Bangladesch, Südafrika, den USA, Ägypten, Japan und mehreren Stationen im Inland ist er seit 2010 Botschafter in Nordkorea. Er stellte dem Publikum besonders die politische Lage und die Lebensumstände der Zivilbevölkerung vor und ging auf die daraus resultierenden Probleme seiner Arbeit ein. Nach seinem Vortrag stellte sich der Botschafter den Fragen der Gäste und es wurde hitzig diskutiert.

Wir freuen uns besonders über das rege Interesse an der Veranstaltung. Etwa 150 Gäste füllten unsere schöne Galerie.

Ein besonderer Dank gilt auch Frau Dr. Odila Triebel sowie Frau Johanna Sokoließ des ifa für die wunderbare Zusammenarbeit mit den International Friends Dresden e.V.

Mitgliederversammlung

In entspannter Atmosphäre fand am gestrigen Abend die diesjährige Mitgliederversammlung der International Friends Dresden e.V. statt.

Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Wahl eines neuen Vorstandes. Mit großem Bedauern trat der bisherige Vorstandsvorsitzende Martin Strunden aus beruflichen Gründen von seinem Amt zurück. Auch das langjährige Vorstandsmitglied Frau Wiltrun Hofmann  gab ihren Posten im Vorstand ab. Wir bedanken uns bei beiden für ihren wertvollen Einsatz für den Verein.

Den neuen Vorsitz des Vereins übernimmt nun Dr. Michael Scholles, welcher seit 8 Jahren dem Verein eng verbunden ist. Im neuen Vorstand dürfen wir nun Frau Dagmar Osterkamp sowie Herrn Wolfgang Wirz begrüßen.